App vs. Web – Museale Inhalte für Smartphones
Zusammenfassung des Vortrags vom 28. Mai 2011
App
vs. Web – Die Präsentation
auf
Prezi
[Präsentation funktioniert am besten als Vollbild –
Aktivierung unter "more"]
Im musealen Vermittlungsbereich ist oft die Rede von der
"Taxifahrermethode" – die Leute dort abholen, wo sie stehen.
Das gilt nicht nur, wenn sie bereits im Museum sind, sondern auch
wenn sie am anderen Ende der Stadt auf die U-Bahn warten und
über das Wochenendprogramm nachdenken, oder wenn sie im
Smartphone-eigenen Onlineshop nach
»Ägypten« suchen.
Museen weltweit haben schon über 230 native
Smartphone- Applikationen, kurz
Apps, und eine unbestimmte Anzahl
mobiler
Internetseiten
veröffentlicht. In der folgenden Übersicht
möchte ich aufzeigen,
worin sich beide Möglichkeiten unterscheiden.
1. Apps werden aus speziellen Online-Stores herunter geladen,
während Internetseiten ohne Download über den Browser
zugänglich sind.
2. Mobile Websites werden – aufgrund fehlender
spezialisierter Suchmaschienen – nur schwer gefunden. Das
Stöbern nach interessanten Apps hat sich in den
größeren Stores hingegen zur beliebten
Beschäftigung
entwickelt. Durch Bewerungen in den Stores oder persönlichen
Empfehlungen verbreiten sich die Programme im Idealfall über
Mundpropaganda. Doch auch viele Apps existieren weitgehend unbemerkt in
den Stores. Die Einbindung in ein Marketingkonzept ist in beiden
Fällen hilfreich.
3. Inhalte können in
Apps sowohl online als auch offline zur
Verfügung gestellt werden. Gerade letzteres kommt
ausländischen Touristen und Besitzern von
Geräten, die Internet nur über W-Lan empfangen
können, sehr entgegen. Mobile Internetseiten sind nur
online zugänglich. Zudem dauert das Laden der Inhalte im
Browser länger als in einer "Online-App", deren
Benutzeroberfläche bereits auf dem Gerät installiert
ist [
Video zu
technischen Details].
4. Mobile Websites können auf so gut wie jedem
internetfähigem Gerät angezeigt werden. Apps
müssen in der Regel für jedes Betriebssystem extra
optimiert, bzw. programmiert werden.
90%
aller Downloads von
Apps
werden aus Apples App Store geladen, während die anderen
Stores
insgesamt nur 10% generieren. Außerdem ist Apple in
Deutschland
Marktführer
unter
den Smartphone-Herstellern, weshalb ein
Großteil der Apps nur für diesen Store
erstellt wird. Doch die Zahl der verfügbaren Apps im Android
Market, in dem Programme
für Smartphones und Tablet-PCs mit
Googles
Betriebssystem
verfügbar sind, steigt schnell an. Eine für diesen
Store erstellte App läuft aber in der
Regel nicht auf allen Smartphones mit Android, da die Geräte
sehr unterschiedlich sind und auf einem Großteil
veraltete
Betriebssysteme
installiert sind.
5. Kunden nutzen native Apps und mobile Webseiten
unterschiedlich.
Während über Internetseiten vorrangig Informationen
aus dem Bereich Handel und Dienstleistungen abgerufen werden, dienen
Apps oft zur Unterhaltung und zum Spielen.
6. Mit Apps für iPhone, iPod touch und iPad lassen sich die
Funktionen der Geräte – insbesondere die
für spielerische Anwendungen interessanten Sensoren sowie
Ortungs- und Kamerafunktionen – optimal ansprechen.
Für mobile Websites und die Apps anderer
Betriebssysteme ist dies momentan noch nicht bzw. nur
eingeschränkt möglich.
Gründe sind unter anderem die Vielfalt von Hard- und Software.
Nicht alle Anwendungen aus dem Museumsbereich nutzen diese
Gerätefunktionen. Deshalb können Apps wie
Kunstfunk
oder
MoMA
problemlos auch als mobile Website zur Verfügung gestellt
werden.
7. Gutes Design und hohe Nutzerfreundlichkeit sind bei Apps
für Apple-Produkte aufgrund des einheitlichen
Bildschirm-Formates einfacher zu realisieren - werden von den
Käufern der Geräte aber auch erwartet.
Apps sind ein neues Medium,
das neue Möglichkeiten für Marketing und Vermittlung
eröffnet hat. Neue Arten der Informationsbeschaffung und der
Überbrückung von Wartezeiten sind für breite
Bevölkerungsschichten inzwischen normal geworden.
Deshalb interessieren sich zunehmend mehr Museen
für das junge Medium, testen seine Möglichkeiten und
versuchen, Interessenten und Besuchern auf diesem Wege einen Mehrwert
zu bieten. Besonders die Möglichkeiten der in Westeuropa weit
verbreiteten Apple-Geräte scheinen eine große
Faszination auszulösen.
Doch natürlich gibt es weit mehr Smartphones mit anderen
Systemen und eigenen Shops. Wenn man nicht für jeden Shop eine
eigene App optimieren bzw. programmieren möchte, gibt es zwei
Möglichkeiten. Die erste sind Programme wie
Toura
oder
PhoneGap,
die es ermöglichen, aus einem Datenpool Apps für
verschiedene Betriebssysteme zu generieren. Neben – je nach
Anbieter – unterschiedlichen Nachteilen ist hierbei jedoch
eines zu beachten: diese Apps können nicht mehr als eine
mobile Internetseite. Damit sind wie bei Möglichkeit zwei: Das
mobile Web ist schon heute eine Alternative zu Apps.
Niemand braucht eine App, die
lediglich Öffnungszeiten und die Möglichkeit zum
Ticketkauf enthält. Als mobile Website kann dies
– insbesondere bei ladeintensiver Hauptseite –
durchaus sinnvoll sein. Andererseits besteht über die
spielerische Komponente gerade von iPhone-, aber auch Android-Apps die
Möglichkeit, junge
Zielgruppen auf sich aufmerksam zu machen.
Je nach Ziel und Zielgruppe kann also der eine oder andere Weg sinnvoll
sein – oder auch eine Kombination.
Mehr dazu - darunter auch ganz andere Ansichten zum Thema - finden Sie
hier:
Ted
Forbes |
Vincent
Roman |
Michael
Brown
Artikel vom 2. Juni
2011